Kommunikationsplattform für gemeinschaftliche Selbsthilfe im Web 2.0

Seit 4. November 2011 bietet die Plattform SELBSTHILFEinter@ktiv (www.selbsthilfe-interaktiv.de) Informationen aus Betroffenenperspektive, einen geschützten Erfahrungsaustausch im Web 2.0 und hat den Anspruch seriös und nicht kommerziell zu sein. Besucher finden hier Orientierung im „Dickicht“ der Möglichkeiten für virtuelle Selbsthilfe. 
SELBSTHILFEinter@ktiv ist ein gemeinsames Projekt der Nationalen Kontakt- und Informationsstelle zur Anregung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen (NAKOS) und des Vereins Selbsthilfekontaktstellen Bayern e.V. und seiner Geschäftsstelle SeKo.
Erklärtes Ziel der Betreiber ist es, eine unabhängige, geschützte Plattform für den Selbsthilfeaustausch von Betroffenen im Internet zu schaffen. Ein wesentliches Merkmal der neuen Plattform ist, dass die meisten Beiträge auch ohne Anmeldung gelesen werden können. Hierbei wurde auf eine einfache Anmeldung wert gelegt, bei der persönliche Daten maximal geschützt werden. Jeder Nutzer der Plattform kann sich anonymisiert mit einem sogenannten Nicknamen (z.B. Vorname oder Phantasiename) registrieren. Weiterhin nötig ist dazu nur noch eine funktionierende E-Mailadresse. Weitere Daten werden nicht erhoben. So können sich auch Menschen, die mit der Nutzung von Foren noch unerfahren sind, sicher und ohne Angst vor Datenmissbrauch informieren und einbringen. 

Die neue Plattform SELBSTHILFEinter@ktiv startet mit drei Säulen:

Säule 1: Im Netz orientieren
Im Internet gibt es eine Fülle an Möglichkeiten für den Erfahrungsaustausch mit anderen. Es ist jedoch nicht immer einfach, seriöse Selbsthilfeforen zu finden. In der ersten Rubrik von selbsthilfe-interaktiv.de werden Hinweise auf geprüfte Selbsthilfeforen gegeben: zum Beispiel auf das „Krebsforum“, eine Anlaufstelle zum Austausch unter Angehörigen und Freunden sowie Hinterbliebenen von Krebspatienten, auf das „Stoma-Forum“, ein Forum für Stomaträger, Angehörige und Interessierte oder auch auf „Leben ohne dich“, Selbsthilfe und Austausch für Familien mit verstorbenen Kindern.
Die hier gelisteten Selbsthilfeforen wurden vorab geprüft und als Foren mit eindeutigem Selbsthilfebezug identifiziert. Sie schaffen Transparenz über Anbieter, Ziel und Finanzierung, gewährleisten den Schutz persönlicher Daten und sind unabhängig und nutzerfreundlich.

Säule 2: Hier mitdiskutieren
Auf diese Säule konzentriert sich die Aufmerksamkeit zum Launch der Webseite, denn hier entsteht ein Austauschportal zu Fragestellungen rund um die Selbsthilfearbeit in Gruppen. Die Projektmitglieder sorgen als Moderator/innen in Foren wie „Gruppengründung, aber wie?“ oder „Auf Augenhöhe“ für einen reibungslosen und verlässlichen Erfahrungsaustausch im Internet. Forenbeiträge mit fragwürdigem Inhalt können über einen gut sichtbaren Button sofort an die Betreiber gemeldet werden.
Schon in der Testphase im Oktober wurde hier in elf Foren zu verschiedensten Themen sehr engagiert diskutiert. Zum Beispiel schreibt im Forum „Lebenshilfe“ eine Nutzerin: „In meiner Gruppe kann ich endlich offen und ehrlich über das sprechen, was mich belastet und was mit meiner Sucht einhergeht. Ich werde dafür nicht verurteilt, sondern erhalte Verständnis und Mitgefühl.“
Am meisten Beiträge gibt es im Forum „Gruppenleben“, das schon nach kürzester Zeit elf Forumsbeiträge mit jeweils bis zu sechs Antworten enthielt: allein zu dem Beitrag „Gruppenregeln“ gab es innerhalb weniger Tage in der Testphase 6 Antworten und 192 Aufrufe: dies zeigt deutlich, wie interessiert die Testpersonen an diesem Thema waren.

Säule 3: Vor Ort andere finden
In dieser Rubrik können interessierte Personen direkt Kontakte zur gemeinschaftlichen Selbsthilfe vor Ort knüpfen: über die bewährten Datenbanken der bundesweiten NAKOS und der landesweiten Netzwerkstelle SeKo Bayern finden Menschen den Zugang zur nächsten Selbsthilfekontaktstelle, zu einer bundes- oder landesweiten Selbsthilfeorganisation oder zu Menschen mit seltenen Erkrankungen und Problemen. 

Jeder Besucher ist erwünscht
Das ehrgeizige Projekt bietet in Zukunft einen sicheren Hafen für all jene, denen Datenschutz, Vertraulichkeit und Seriosität für Selbsthilfe im Web 2.0 ein Anliegen ist.
Im einem zweiten Projektschritt ist deshalb auch die Einrichtung von geschützten, Foren zu Einzelthemen bzw. virtuellen Selbsthilfegruppen geplant. Jetzt heißt es aber erst einmal, möglichst viele Besucher auf die Seite zu holen und die Foren mit Leben zu füllen! Auch weitere Moderator/innen sind notwendig, um bei regem Besuch viele Beiträge gut zu beantworten oder mit eigenen Meinungen zu kommentieren. Wir freuen uns deshalb auf Ihren ganz persönlichen Besuch: dabei sind Mitglieder aus Selbsthilfegruppen und Selbsthilfeverbänden genauso willkommen wie interessierte Bürger, Ärzte, Apotheker, Therapeuten, Politiker, Medienvertreter und weitere interessierte Fachleute aus dem Gesundheitsbereich. 

Hintergrund
Das Konzept für die Plattform wurde seit Beginn des Jahres unter Projektleitung der NAKOS gemeinsam mit dem Modellstandort Bayern erarbeitet. Die NAKOS koordiniert und begleitet die Weiterentwicklung von selbsthilfe-interaktiv.de. Auf bayerischer Seite laufen bei der Selbsthilfekoordination Bayern (SeKo) die Fäden zusammen. Unterstützt wird SeKo Bayern durch Selbsthilfeberaterinnen und Selbsthilfeaktive an den beiden regionalen Modellstandorte Regensburg und Nürnberg. Nach und nach sollen auch in anderen Bundesländern weitere Projektpartner eingebunden werden. 

Mehr Informationen:
Theresa Keidel, SeKo Bayern Tel. 0931/2057912, E-Mail: theresa.keidel(at)seko-bayern.de,
Dr. Jutta Hundertmark-Mayser Tel. 030/31018960, E-Mail: info(at)selbsthilfe-interaktiv.de.

www.selbsthilfe-interaktiv.de

neue geprüfte Foren im März/April 2012

Diese Liste seriöser Foren wird laufend erweitert. Heute möchten wir Ihnen die Neueinträge des vergangenen Monats vorstellen:

Gendertreff – Plattform für Transgender, Angehörige und Interessierte.
Link: http://www.gendertreff.de

"Gemeinsam auf dem Weg" – Forum der Borderline Selbsthilfegruppe Düsseldorf.
Link: http://forum.bordis-online.de

depression-diskussion.de – Depressionsforum - Austausch für Betroffene und Angehörige.
Link: http://www.depression-diskussion.de

Rote Linien – Kontakt- und Informationsforum fuer Angehörige von Menschen mit selbstverletzendem Verhalten.
Link: http://rotelinien.de

Alle Angebote werden von Selbstbetroffenen betrieben und weisen keine kommerzielle Orientierung auf. Sie machen ihre Ziele und ihre Finanzierung transparent, gewährleisten den Schutz persönlicher Daten und arbeiten unabhängig.